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Kurz und Knapp zeigt Zeit fuer Kurzfilme
Kurz und Knapp zeigt Zeit fuer Kurzfilme
Ort
DatumDonnerstag 28. August 2014
Filmstart:20:15
Länge:1h 30min
Sprache:
Regie:Diverse
Genre:Kurzfilme
Sommerzeit, Sonnenzeit, Zeit für Filme: Die 10 Filme, die von den Internationalen Kurzfilmtagen Winterthur für das Kurzfilmprogramm am Solarkino St. Gallen zusammengestellt wurden, sind einerseits ein Best Of der letzten Jahre – eine Mischung aus überraschenden, ästhetischen, humorvollen, formal experimentierfreudigen kurzen Filmen, die sich als Favoriten beim Festival durchgesetzt haben.Andererseits sind es alles auch Filme, die sich mit der Zeit und dem Lauf der Zeit auseinandersetzen. Zur dritten Ausgabe vom Solarkino kann es durchaus an der Zeit sein, erste Bilanzen zu ziehen. So blicken denn auch einige Filme im Programm zurück auf die Vergangenheit, andere in die Zukunft. Wieder andere befassen sich mit der Zeit und ihrer Beschaffenheit selbst. Die Zeit ist auch ein Zyklus, weshalb der Zyklus als Kreis in einigen Filmen eine wichtige Rolle spielt. Rund ist die ganze Sache auf jeden Fall – rund wie die Sonne, die den Strom für die Vorführung dieses Kurzfilmprogramms liefert. Revenge Lernert & Sander / Niederlande 2009 / 2’ Die Zutaten: eine Champagnerflasche, bereit geöffnet zu werden. Und die Gesetze der Physik. Das Ziel: süsse Rache. «Revenge» ist eine Serie von kurzen Videos, die ursprünglich für eine zweistündige Dokumentation über Rache für VPRO-TV gedreht wurden. Flüssiges Papier Michel Klöfkorn / Deutschland 2010 / 4’ Die neue Arbeit des mehrfach ausgezeichneten Filmemachers Michel Klöfkorn ist Daumenkino auf höchstem Niveau. Im Zeitraffer werden aus Büchern, Zeitungen und Zeitschriften ausgeschnittene Körper, Figuren und Formen animiert und räumlich erfahrbar gemacht. Yolande Monsieur Moo / Frankreich 2012 / 2’ Eine Schiffstaufe getreu dem Motto, «wenn der Champagner nicht zum Schiff kommt, dann kommt das Schiff halt zum Champagner». 663114 Isamu Hirabayashi / Japan 2011 / 7’ Eine 66 Jahre alte Zikade erzählt von ihrem Leben und der Entwicklung ihrer Tierart. Als sie ein weiteres Mal aus ihrem Kokon schlüpft, gibt es ein Erdbeben, gefolgt von einem Tsunami und einen schweren Unfall. Aber durch solche Lappalien lässt sich eine Zikade nicht aus der Ruhe bringen. Stuck in a Groove Clemens Kogler / Österreich 2010 / 4’5’’ Phonovideo ist ein Arbeitsgerät für VJs oder ein visuelles Instrument um Animationen analog ohne Computer darzustellen. «Stuck in a Groove» ist der erste Film, der mit dieser Technik entstanden ist, er dient gleichzeitig als Demo für die Technik. Das Badezimmer Bjørn Melhus / Deutschland 2011 / 5’15’’ In Anlehnung an die von Alfred Hitchcock selbst deutsch eingesprochene Fassung des Trailers zu «Psycho» (USA 1960), führt uns 51 Jahre später ein Gärtner mit Kettensäge durch das Anwesen der Herbert-Gerisch-Stiftung in Schleswig-Holstein. Der Besuch endet in einem Badezimmer. Photograph of Jesus Laurie Hill / Grossbritannien 2008 / 6’40’’ Das Hulton Archive ist ein gigantisches Fotoarchiv, das über 600'000, grösstenteils historische Bilder umfasst. Falls jemand Fotos von Yetis, Hitler an den Olympischen Spielen 1948 oder gar von Jesus sucht, wird hier bestens bedient. Während uns einer der Archivisten über solcherlei absurde Anfragen erzählt, erweckt Laurie Hill die Bilder des Archivs zum Leben und schafft damit eine witzig animierte Collage, welche über die Halbwertszeit des Wissens sinniert. Hermeneutics Alexei Dmitriev / Russland 2012 / 3’15’’ Bilder vom Zweiten Weltkrieg erzählen stückweise eine Geschichte über Leiden und Hoffnung, Niederlage und Sieg: deutsche Truppen greifen an, die Luft brennt, das Blut fliesst. Der Zuschauer erwartet die üblichen Archivbilder und findet sich in einem ganz anderen Film wieder. The Fuse: Or How I Burned Simon Bolivar Igor Drljaca / Kanada, Bosnien-Herzegowina 2011 / 9’ März 1992 in Sarajevo, Bosnien-Herzegowina, ein neun Jahre alter Junge fürchtet sich vor einer schlechten Benotung seiner Zeichnung. In seiner Verzweilung wünscht er sich, dass etwas passiert, damit er nicht mehr zur Schule muss. Steher Adrian Winkler / Schweiz 2012 / 9’15’’ Wären die Steher eine Tierart, stünden sie unter Artenschutz. Nur noch ein knappes Dutzend von Ihnen ziehen Sommers am Dienstagabend auf der offenen Rennbahn in Oerlikon ihre Bahnen. Mit bis zu 100 km/h drehen sie unter gleissendem Flutlicht ihre Runden. Vor spärlichem, dafür umso beherzterem Publikum.